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- Verschiedenes, rund um die Feiern
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VORWORT
Wenn Sie an dieser Stelle unter dem Stichwort Festreden zur Jugendweihe
komplette Texte unserer Festredner erwarten, müssen wir Sie enttäuschen. Sind
es doch in den vergangenen Jahren über 1.000 Redner gewesen, welche mit viel
Liebe und Kreativität die richtigen Worte zum besonderen Fest der Jugendweihe
wählten und vermittelten.
Um aber ein kleines Bild dieser Vielfalt an engagierten,
bekannten und unbekannten Menschen zu malen, haben wir zwar nur einen Bruchteil
an Ausschnitten aus Festreden hier einstellen können, aber dieser reicht aus,
um die Begeisterung und die vielen Ideen zu vermitteln, welche in jedem unserer
Redner steckt.
Jedem
unserer Festredner ist es eine Ehre gewesen, den besonderen Tag unserer jungen
Menschen mit seinen Worten zu begleiten.
Von
uns an dieser Stelle dafür herzlichen Dank und Ihnen viel Spaß beim Lesen.
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„... Ich hoffe, Ihr begreift Euren Vorteil, den Euch die
weltumspannende Veränderung aller Verhältnisse anbietet. Ihr erlebt sie
zunächst vor allem noch in der Schule. Sie ist der zentrale Faktor Eurer
Entwicklung, Eurer Chancen und Aussichten. Was dort versäumt wurde, müsst Ihr
später aus eigener Kraft nachleisten und erbringen. Was dort an Euch geleistet
und erbracht wurde, macht den Grundstock Eures Bildungskapitals, auf dem Ihr
später Euer Leben aufbaut und gestaltet. Ich betone diesen Umstand so
ausdrücklich, weil Bildung der einzig reale Besitz ist, den keine Macht der
Welt Euch wieder wegnehmen kann. Der Mensch kann ausgeplündert werden bis aufs
Hemd, und das passiert auch weit öfter, als ihm liebt ist, doch was er im Kopf
mit sich herumträgt, das allein ist unzerstörbar, gehört ihm allein. Und ist es
gar von originalem Wert, dann überlebt es alle Zeiten – betone: a l l e
Zeiten! Denn wer wüsste heute noch von Archimedes und Marc Aurel, von
Luther und Shakespeare, von Goethe und Schiller, wenn nicht ihre
weltumspannende Bildungsleistung sie unsterblich gemacht hätte. ...“
Inge von Wangenheim,
Schriftstellerin/Schauspielerin (1992)
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„... Liebe Eltern und Großeltern,
sie wissen wie geduldig Ihre Kinder geübt haben, bis sie laufen lernten, wie
oft sie hingefallen und doch wieder aufgestanden sind. Was könnten wir
Erwachsene alles fertig bringen, wenn wir bei Dingen, die uns wichtig sind, die
Geduld und Konzentration unserer Kinder hätten.
Wichtig
wären Erzieher, Lehrer, Politiker mit hervorragenden seelischen und geistigen
Eigenschaften. Denn nicht Wissensvermittlung ist das Ausschlaggebende, was
Kinder und Jugendliche prägt, sondern die Weitergabe menschlicher Haltungen.
Mut
gehört auch oft dazu, wenn man an seinen Überzeugungen festhält, obwohl die
Mehrheit der öffentlichen Meinung anders denkt.
Und Ihr
Jugendlichen habt es leichter, wenn in Eurem Bekannten- oder Verwandtenkreis
solche Menschen leben, an denen Ihr Euch ein Beispiel nehmen könnt, weil sie
Ideen vertreten um der Überzeugung willen – nicht wegen eines Vorteils.
In früheren Epochen wurden
Menschen deshalb hoch geachtet, weil sie seelisch und geistig Vorbilder waren,
wie z. B. Albert Schweitzer.
Heute
stehen in der Öffentlichkeit manche Filmstars, Geschäftsleute, Politiker denen
Ihr nicht unbedingt nacheifern solltet. Wenn die
Liebe aber von dem Einfluss der Gesellschaft abhängt, in welcher die Menschen
leben, so muss man kritisch fragen, ob die heutigen Zustände unserer westlichen
Welt die Liebe fördern. Ich behaupte, dass die Liebe hier kaum gedeihen kann
...“
Angelika Barbe, Mitglied des Deutschen
Bundestages (1993)
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„... Überhaupt ist es ganz schön, nie alles zu wissen, weil
man dann immerzu etwas Neues erfahren kann. Dies kann ungeheures Vergnügen
machen, weil das Leben ja nicht nur aus Schule besteht, die zugegebenermaßen
manchmal durchaus auch Spaß machen kann, zum Beispiel, wenn’s Ferien gibt. Spaß
machen kann viel im Leben: sich verlieben, Freunde besuchen, Dinge erfinden,
Bilder malen, Gitarre spielen, eine Rede halten, Kinder haben, Wein trinken,
beides etwas später natürlich, auf Berge klettern, Blumen pflücken, lange
schlafen, nach Hause kommen, chinesisch sprechen, ein Buch lesen, ins Kino
gehen, einen Witz verstehen, nach Australien fliegen und vieles mehr.
Darüber
könnt ihr ab sofort zu eurem Vergnügen ganz ernsthaft nachdenken. Keiner kann
euch außerdem ernsthaft daran hindern, diese Träume zu erfüllen, es gehört,
zugegeben, nur ein bisschen Glück und Anstrengung dazu, bei vielen werden euch
die Eltern und Großeltern, Verwandte, Lehrer und Freunde helfen. Und zur
Erfüllung von Träumen gehört Freundlichkeit. Dies vor allem.
Denn
sonst wird man euch nicht lieben oder bewundern, sondern verachten. Mit
Freundlichkeit erhält man sich das eigene Vergnügen an allen Dingen, die man
sich vornimmt. Seid rücksichtsvoll gegen Schwache, hasst die Gewalt, bemüht
euch, Fremdes zu verstehen und zu achten, seid unternehmungslustig und keine
Trauerklöße oder eiskalte Rechner, lasst euch nie gedankenlos verführen und
seid klüger, ehrlicher und eigensinniger als wir Älteren es oft genug waren und
sind. Das ist mein innigster Wunsch an euch an diesem Tag.
Feiert
diesen Wundertag, jetzt, wo ihr schon beinahe erwachsen seid, so verrückt und
ausgelassen wie möglich und manchmal auch ein bisschen leise, so wie das Leben
eben sein wird, das ich euch allen wünsche, schön durchwachsen ...“
Manfred Bofinger,
Karikaturist (1993)
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„... Das Leben verläuft wie ein Fluss: es bewegt sich
stetig, meist leise, strömend, Welle an Welle, gleichmäßig. Und doch gibt es
Tage, Stunden, die man nie vergisst, die sich herausheben. Eure Einschulung,
liebe Mädchen und Jungen, war ein solcher Moment in der Bewegung des Lebens.
Da
seid ihr mit der großen bunten Tüte gelaufen, aufgeregt, begeistert, in die
Schule zu kommen. Ihr ahntet, es würde eine neue Zeit für Euch beginnen. Und
vielleicht habt ihr die kleine Träne in Mutters oder Omas Auge bemerkt. Warum
denn bloß? habt ihr vielleicht gedacht. Weil Eltern, Großeltern und Verwandte –
die ich alle hier herzlich begrüße – weil damals die Erwachsenen besser als ihr
wussten, was dieser Tag bedeutete: Abschied von der unbeschwerten
Kleinkinderzeit, mehr Pflichten, mehr Einblicke ins ernste Leben.
Ähnlich,
aber allen noch deutlicher, ist es heute. Mit diesem Tag tretet ihr in ein
anderes Leben ein: in das Erwachsenenleben.
Das
ist natürlich kein Endpunkt – es ist die gleiche Wegstrecke – aber sie ist
anders als vorher ...“
Gerhard Holtz-Baumert,
Schriftsteller (1994)
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„... Liebe Freunde, darf ich Ihnen Lehren mitgeben? Ich
versuche es:
Junge
Leute sind, und das ist völlig normal, eigentlich nicht belehrbar. Das ist
gewiss gut so. Nur, wünsche ich mir, dass Sie trotzdem alle Kritik gegenüber
sich selbst zu bewahren in der Lage bleiben. Versuchen Sie es.
Wenn
Sie wollen, dass man Sie versteht, müssen Sie lernen, andere zu verstehen.
Nichts
ist schlimmer, als andere nicht anzuhören. So wie Sie heute gehört werden
wollen, wollen das auch andere. Die DDR starb daran, dass man andere nicht
hören wollte. Machen Sie also Ihre Ohren auf und hören Sie besser zweimal zu,
um richtig zu verstehen und zu entscheiden.
Wenn
Sie nicht allein sein wollen, dürfen Sie andere nicht allein lassen.
Es
gibt Not, Krankheit und Einsamkeit. Haben Sie offene Augen dafür. Nehmen Sie
die Bitte mit, dann zu helfen. Geizen Sie nicht mit Liebe und Fürsorge für den
anderen.
Wenn
Sie nicht arm sein wollen, dürfen Sie andere nicht arm sein lassen.
Unsere
Gesellschaft hat harte Regeln. Ich bin nicht dafür, muss Ihnen aber helfen
können. Was Sie immer auch in Zukunft seien mögen, bleiben Sie gerecht.
Wollen
Sie nehmen, müssen Sie auch geben.
Es
ist meine Angst, dass Sie das nicht tun. Wollen Sie Gleichheit, dann müssen Sie
es versuchen. Dann machen Sie es ...“
Prof. Rainer Ortleb,
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesminister a. D. (1996)
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„... Es ist dies heute ein feierlicher Augenblick, wie er
dem Anfang einer neuen Lebensetappe geziemt. Aber es ist gewiss kein gänzlich
anderer Film, in dem Ihr ab heute in einer völlig neuen Rolle mitspielt.
Bedeutung
jedoch hat so ein Anfang allemal. Von dem römischen Dichter Martial stammt der
Satz: „Ein guter Mensch bleibt immer Anfänger.“ – Was mag er damit gemeint
haben?
Vielleicht,
dass man sich die Neugier, Phantasie und Freude, den Elan eines Anfangs
bewahren soll. Oder auch, dass wir das Erwachsenwerden um Himmels willen nicht
so ernstnehmen sollten.
Sagt
man doch von manchem noch in späteren Jahren: „Die oder Der wird nie erwachsen!“
Ist das denn so schlecht, wenn man einiges von dem behält, was ein Kind
ausmacht? Diese Welt wäre vielleicht besser, wenn die sogenannten Erwachsenen –
zudem die, die etwas zu bestimmen haben – häufiger die unbeschwerte,
spielerische, praktische Sicht der Kindheit und Jugend besäßen, ehrlich und
unverdorben, ohne List und Tücke. Denn – um es mit einem Sprichwort zu sagen:
Verstand hat man nicht im Alter, sondern im Kopf.
Und
ich möchte uns Alten – man verzeihe mir den respektlosen Begriff – ich möchte
uns Alten den Rat geben, unsere Kinder nicht nur heimlich zu beneiden ob ihrer
Jugend. Hin und wieder tut es ihnen wohl, wenn sie unseren wehmütigen und
gutgemeinten Neid spüren, als Ansporn gewissermaßen, aus dem, was jetzt
unmittelbar vor ihnen – leider aber schon hinter uns – liegt, noch mehr zu
machen, als wir es vermochten.
Etwas
Besonderes muss schon dran sein an diesem Alter von etwa 14 Jahren. In grauer
Vorzeit, aber auch in anderen Kulturen der Gegenwart, war und ist man zum
Beispiel von diesem Moment an nicht nur fähig zur Heirat und Familiengründung,
es wird sogar nachgerade von einem erwartet. Ich bitte vor allem die Mütter und
Väter hier im Saal, sich für einen Augenblick vorzustellen, sie säßen heute
nicht in einer Jugendweihefeier sondern auf dem Standesamt oder vor dem
Traualtar ...“
Harry Mehner, Journalist
(1998)
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„ ... Das wichtigste im Leben ist der Umgang mit dem
Menschen. Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Frieden und Zukunft. Das
Einzige, was uns von Menschen mit einer anderen Kultur, Hautfarbe,
Weltanschauung oder Haarfarbe trennt, sind Vorurteile. Diese sind schnell
aufgebaut und lassen sich nur schwer wieder beseitigen.
Diese
Welt ist groß genug und hat Platz für alle Menschen. Niemand sollte einen
anderen verurteilen, nur weil er eine gleichgeschlechtliche Beziehung führt
oder eine andere Religion gewählt hat. Zulange hat man Menschen deswegen aus
Intoleranz verfolgt und auch umgebracht. Selbst heute gibt es noch Länder in
denen solch ein Verhalten auf der Tagesordnung steht.
Möge
das Gewissen und der gesunde Sinn der Völker lebendig werden, damit wir eine
neue Stufe des Zusammenlebens erreichen, von der aus Kriege als unbegreifliche
Verwirrung der Vorfahren erscheint. So
brachte es Albert Einstein auf den Punkt ...“
Thomas Meier,
Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Weißensee (2000)
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„... Wo wir uns
begegnen werden, wir als Erwachsene und Ihr als die neue Generation der
Zukunft, das sind einige unserer gemeinsamen Träume.
Träume
von einer friedlichen und gerechten Welt, in der jeder akzeptiert wird, so wie
er nun einmal ist. Wo Leistung belohnt wird, in welcher aber für die Erfüllung
von Wünschen nicht der Nachbar mit Ellenbogen verdrängt wird.
Wir
Erwachsenen haben so ziemlich versagt in dem Versuch, manche unserer großen
Wünsche zur Wirklichkeit zu machen.
Ich
bin mir sicher, dass ich nicht die Erfüllung aller meiner Sehnsüchte erleben
werde.
Ich
wünsche aber heute, dass es Euch besser gelingt, all Eure Träume auf Eure Weise
zu verwirklichen ...“
Dr. Kurt Merkel,
Historiker (2000)
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„ ... Nehmt es Euren Eltern ab, dass sie heute besonders stolz
auf Euch sind. Sie haben alles dafür getan, dass Ihr glückliche Kindheitstage
erleben konntet. Sie haben bereitwillig auf manches verzichtet, um aus Euch
Menschen zu machen, die im Leben ihre Frau oder ihren Mann stehen können. Ich
halte das deshalb für so bemerkenswert, weil Eure Kindheit in eine Zeit großer
gesellschaftlicher Veränderungen fiel, die Eure Eltern vor neue, ungewohnte,
zum Teil die Existenzgrundlagen berührende Herausforderungen stellte, in der
sich viele von ihnen im beruflichen und privaten Leben neu orientieren mussten.
Eure Mütter und Väter werden den heutigen
Tag aber nicht nur mit einem lachenden, sondern auch mit einem weinenden Auge
mit Euch begehen. Das lachende drückt ihren berechtigten Stolz, das weinende
ihre ahnungsvolle Wehmut aus. Denn sie wissen, dass nun die Zeit kommt, wo Ihr
flügge werdet, wo Ihr immer mehr auf eigenen Füßen stehen wollt, wo Euch Beruf
oder Studium in die Ferne ziehen werden, wo das tägliche familiäre Miteinander
einem Auf-Besuch-Kommen weicht ...“
Prof. Dr. Gernot Zellmer, Unternehmensberater (2000)
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„ ... Die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln,
sind das kostbarste Gut, das wir haben. Und es ist vor allem auch ein Gut, das
uns niemals jemand wegnehmen kann. Egal was passiert.
Der Schriftsteller Erich Kästner hat einmal
gesagt, dass man seine Kindheit nicht zurücklassen sollte. Für viele Menschen
ist ihr Leben wie eine Treppe. Sie steigen jedes Jahr eine Stufe hinauf und
schneiden dabei die Stufen hinter sich ab. Irgendwann stehen sie auf der
letzten, obersten Stufe vor einer verschlossenen Tür und gucken dumm aus der
Wäsche.
Kästner schlug deshalb vor, die Stufen, die
man hinter sich lässt, nicht abzuschneiden. Und die ganze Treppe immer wieder
auf und ab zu hüpfen. Er meinte damit sicher, dass die Kindheit nichts ist, die
man einfach für beendet erklären sollte. Wer es als Erwachsener verlernt hat,
auch Kind zu sein, dem fehlt nämlich eine ganze Menge ...“
Angela Marquardt, Mitglied des Deutschen Bundestages (2001)
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„ ... Heute, der Tag an dem ihr Eure wohlbehütete Kinderwelt
verlassen werdet, werdet ihr zahlreiche Ratschläge mit auf den Weg bekommen.
Vielleicht verinnerlicht Ihr einige und
ignoriert sie nicht nur.
Aber eigentlich ist es das Beste, wenn Ihr
Eure eigenen Erfahrungen in der Welt der Erwachsenen sammelt, wie es auch Eure
Eltern und Großeltern zuvor gemacht haben.
Ich hoffe Sie, liebe Eltern und Großeltern,
werden ihren Kindern immer zur Seite stehen, falls Probleme auftauchen sollten
und liebe Jugendweihlinge verlasst Euch darauf, sie werden auftauchen.
Grundsätzlich hat man mehrere Möglichkeiten
sich in dieser Welt zurechtzufinden.
Doch das Leben ist zu kurz, speziell die
Jugend, um die Zeit damit zu verschwenden, anderen Lebenseinstellungen oder
Modeerscheinungen hinterherzulaufen.
Gebt Euch selbstbewusst und legt Euch Eure eigene
Lebensphilosophie zu ...“
Sandra Scheffel, Abiturientin, Mitglied Jugendweihe
Berlin/Brandenburg e. V. (2001)
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„ ... Nun seid Ihr nicht mehr die niedlichen Kleinen, die
an den Klapperstorch und den Weihnachtsmann glauben und immer ihren Eltern
gehorchen. Da muss es einfach krachen. Bei dem einen wird das einfacher werden
und bei anderen kann es zu mittelschweren Katastrophen kommen. Aber für diese
überaus schwierige Zeit des Auseinanderlebens und Abnabelns von der Familie
gebe ich Euch einen Rat: Setzt nicht zuviel aufs Spiel! Ihr werdet sehen, dass
viele unglaublich schlimme Dinge im Rückblick gar nicht mehr so schlimm
erscheinen werden. Bei allem Zoff, den es vielleicht geben wird, wägt ab, ob es
wert ist, eine der innigsten Beziehungen die es gibt, nämlich die zwischen
Eltern und Kind aufs Spiel zu setzen ...“
Patrick Fox, Schüler, 15 Jahre
(2001)
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“... Ihr werdet
Fehler machen, aber habt den Mut, zu ihnen zu stehen, denn eins habe
ich im Leben und im
Sport gelernt:
Aus Fehlern lernt man
und aus Niederlagen geht man gestärkt an neue Ziele, wenn man sich nicht vor
der Wahrheit scheut und die richtigen Schlüsse zieht – und vor allem nicht die
Fehler bei Anderen sucht.
Ihr seid mit 14-15
Jahren nicht automatisch Erwachsen und wir Erwachsenen geloben Euch auf diesem
Weg der Erkenntnis mit Rat und Tat zur Seite zu stehen ... übt aber Nachsicht,
wenn wir nicht immer Eurer Meinung sind ...“
Udo Beyer, Olympiasieger und Weltrekordler im
Kugelstoßen (2003)
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„... Ist
man nun mit 14 Jahren bereit erwachsen zu sein? Wird man nun von seiner Familie
als Erwachsener akzeptiert werden? Werden Fragen, wie ‚Wann kommst Du heute
nach Hause?’, ‚Wer war das denn eben am Telefon?’ und Bemerkungen, wie ‚Solange
Du Deine Beine unter unseren Tisch streckst ...’ nun endgültig der
Vergangenheit angehören? Ich muss Euch enttäuschen. Bis es soweit sein wird,
wird es für Euch, aber auch für Eure Familien vermutlich noch ein langer und
steiniger Weg. Ich darf Euch aus meiner eigenen Erfahrung heraus bereits jetzt
mein herzlichstes Beileid aussprechen. Aber Euren Eltern auch. Wahrscheinlich
werden noch viele Tränen fließen, zu laute Worte gewechselt und Türen geknallt
werden, bis Ihr die Akzeptanz erlangt, die Euch meiner Ansicht nach zusteht
...“
Stefan
Liebig, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (2004)
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„... Das Leben hat Fehler, Macken, Ecken und Kanten. Nur wer
sie akzeptiert, lebt voll und ganz.
Natürlich gibt es Tätigkeiten, bei denen Fehler gefährlich
sind:
beim Autofahren, beim Überqueren einer Straße, beim Umgang
mit Arzneimitteln.
Aber aus solchen Situationen besteht nicht das ganze Leben.
Dazwischen ist viel Raum für kleine und große Schnitzer.
Glücklicher, einfacher und geldsparender lebt ihr, wenn ihr
einen Mittelweg zwischen Schlamperei und Perfektionismus findet. Hoffentlich
fallen jetzt Eure Eltern nicht in Ohnmacht.
Und wir Erwachsene haben auch unsere Komplexe, mit denen wir
leben. Zum Beispiel: ‚Wenn ich nicht alles vollkommen richtig mache, bin ich
ein Versager’! Warum eigentlich?
Ich habe mich mit meinen Fehlern angefreundet und lebe ganz
gut mit ihnen. Ich kann nur raten, freundet Euch mit Euren Fehlern an.
Betrachtet doch einmal Eure Mitschüler oder Verwandte: Oft sind deren Fehler
das Interessanteste an ihnen.
Sagt zu Euch selbst: ‚Meine Fehler machen mich einzigartig
und kostbar.’
Stellt Euch vor den Spiegel, strahlt Euch an, und sagt laut:
„Ich bin teilerfolgreich’...“
Heinz Schmeing, Mitarbeiter im
Beschäftigungswerk des Berliner Behindertenverbandes (2004)
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„... Ihr solltet immer
daran denken: Alles, was Eure Eltern tun, tun sie aus Liebe zu Euch. Seit dem
Tag, an dem Ihr auf die Welt gekommen seid, haben sie alles für Euch getan. Sie
haben nächtelang an Eurem Bett gesessen, als Ihr Fieber hattet. Sie haben die
ersten aufgeschlagenen Knie verpflastert und Euch getröstet, als der
Spielkamerad Euch im Kindergarten die Schaufel geklaut hatte. Sie haben Eure
Tränen getrocknet und sie haben Euren ersten Liebeskummer verstanden. Sie haben
nicht nur Euch das Leben geschenkt, sie haben Euch auch einen großen Teil ihres
Lebens gegeben und sie werden das auch weiterhin tun ...“
Werner
Riedel, Ehrenpräsident Jugendweihe Berlin/Brandenburg e. V. (2005)
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„... Mein erster
Rat: Glaubt an Euch. Glaubt daran, dass Ihr einmalig seid. Aber glaubt nie,
dass Ihr die Größten wäret und alle anderen nur Überfluss.
Der zweite Rat
kommt von Indianern aus Südamerika. Wenn Wichtiges zu entscheiden ist, dann
prüfen sie vorher, was das für die siebte Generation nach ihnen bedeutet. Diese
Weitsicht ist klug und daran mangelt es hierzulande.
Mein dritter Rat
stammt von Voltaire: ‚Ich bin nicht Deiner Meinung, sagte er, aber ich werde
dafür sorgen, dass Du sie vertreten kannst.’ Diese Art des Umgangs wünsche ich
mir und Euch im Alltag, in der Clique, überhaupt.
Mein vierter Rat
ist ein Klassiker von Karl Marx: ‚An allem ist zu zweifeln.’ Lasst Euch nicht
erzählen, das war schon immer so. Und lasst Euch nicht einreden, etwas wäre
alternativlos. Gewiss: Die Politik versucht es und die Medien predigen es. Ihr
müsst also klüger werden und kritischer sein.
Mein fünfter Rat
ist biblisch: ‚Einer trage des anderen Last.’ Helft, wenn Ihr helfen könnt – in
der Familie, in der Gesellschaft, in der Welt ...“
Petra
Pau, Bundestagsabgeordnete (2005)
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